South Island III

12 04 2010

Als ich zwei Tage später den Wetterbericht checkte und dieser eine komplette Woche Sonnenschein versprach, packte ich sofort wieder meine Sachen und machte mich auf den Weg zum Greenstone/Caples Track. Kein Great Walk, aber nicht weniger schön oder herausfordernd. Der Track verbindet das Greenstone-Tal mit dem Caples-Tal und erforderte einen anstrengenden Klettertag auf rauhen Wegen über einen Bergsattel von einem Tal ins nächste. Ganze 8 Stunden brauchte ich für die lausigen 12 km. Und damit lag ich noch gut im angegebenen Zeitlimit von 7-9 Stunden. Aber alles bei schönstem sonnigen Sonntagswetter. Nur nachts wurde es klirrend kalt und ich war dankbar über mein Fleeceinlet und morgends über meine Handschuh und die Mütze. Es wird halt langsam Herbst hier unten.

Tja, und nun stelle ich fest, dass mir hier in Neuseeland langsam die Zeit davonläuft und ich nicht mehr genug Zeit habe, alles zu sehen, was ich noch gerne sehen möchte. Aber ich muss schon sagen, dass es mir sehr gut gefällt hier. Ich war ja am anfang ein wenig in Sorge, dass ich nach Patagonien vielleicht ein bisschen enttäuscht sein werde von Neuseeland, aber dem ist nicht so. Besonders die Neuseeländer selbst mit ihrer Offenheit und Freundlichkeit machen dieses Land zu einem fantastischen Flecken Erde.



South Island II

12 04 2010

Ich dachte ja immer, ich sei eher so ein Küstenkind, aber als ich nach all der (wirklich wunderschönen, keine Frage) Meerszenerie Richtung Fiordland in die Berge fuhr, da ging mir mein Herz auf. So froh war ich, wieder Berge zu sehen!

Spontan buchte ich einen der Great Walks im Fiordland, den (4 Tage, 3 Nächte) Kepler Track. Auf diesen Tracks wandert man mit allem, was man für 4 Tage braucht (also Essen, Schlafsack, Kocher, Töpfe etc.), von Hütte zu Hütte, in denen abends eine Schlafmatratze auf einen wartet (jedoch keine Duschen, Elektrizität oder ähnliches). Um den Besucheransturm in geregelte Bahnen zu lenken, muss man seine Hüttenplätze im voraus buchen, so dass nie mehr als 40 Personen pro Trackabschnitt unterwegs sind. Also alles nötige in den großen Rucksack gepackt, den Rest im Auto gelassen und los ging`s. Der erste Tag waren anstrengende 900 Höhenmeter bergauf durch Buchenwald. Der zweite Tag jedoch fantastisches Wandern über der Baumgrenzen auf Bergkämmen mit grandiosen Aussichten aufs Fiordland. Gottseidank blieb der versprochene Regen an diesem Tag aus. Bloß der Wind zwang mich ab und zu, auf allen vieren über die Kämme zu krabbeln, um nicht ins Tal geweht zu werden. Die letzten zwei Tage waren eher eine Gedultsprobe. Wandern im dichten Fiordlandregenwald im Dauerregen, der einen bis auf die Knochen durchnäßt. Daher gibt’s davon auch keine Fotos… Den letzten Tag bin ich die 17 km zum Auto einfach durchmaschiert ohne anzuhalten, um schneller zu meine warmen Dusche zu kommen.



South Island I

12 04 2010

Bevor das Blog hier endgültig einschläft, nutze ich meine zwei (vom Magen-Darm-Virus Hand in Hand mit dem Erkältungsvirus) erzwungenen Ruhetage und lasse mal wieder was von mir hören. Aber es gibt wahrlich schlechtere Orte, in denen man stecken bleiben kann, als hier im idyllisch am See gelegenen und von Bergen umrahmten Wanaka. Das Hostel ist eins der gemütlichsten, in denen ich bisher übernachtet habe, und das Hostel Staff bringt einem auch mal einen Tee (oder Eimer) im Zimmer vorbei.

Dank Auto genoss ich die letzten drei Wochen meine Freiheit und reiste recht schnell die Ostküste entlang Richtung Süden, um dort die letzten warmen Sommertage (bzw. ersten warmen Herbsttage) zu nutzen. Auf dem Weg in den Süden versuchte ich (vergeblich) Wale zu sehen, war wandern in netter amerikanischer Begleitung in Hanmer Springs, genoss nach Regentagen die warmen Quellen dort und fuhr weiter durch die Catlins, wo reichlich Küste, Seelöwen, Seehunde und Pinguine zu bewundern waren.